Modelle

Modelle und Tools (Werkzeuge) helfen uns, auf strategische Weise ein komplexes wirtschaftliches Problem auf Betriebs-, Branchen- oder Makroebene anzugehen. Es handelt sich dabei um eine strukturierte Vorgehensweise zur Analyse eines Entscheidungs- oder Auswahlproblems. Ein Modell kann helfen, eine Problemstellung aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und dafür zu sorgen, dass keine wichtigen Blickwinkel vergessen werden. Beim Wageningen Economic Research kommen diverse quantitative Modelle zur Anwendung.

MAGNET

MAGNET ist ein allgemeines Gleichgewichtsmodell der Weltwirtschaft. Das Modell beschreibt die Entwicklung von Preisen, Produktion und Handel auf der Ebene einzelner Länder. Es wird beim Wageningen Economic Research herangezogen, um die Folgen von Veränderungen in der Weltwirtschaft sowie strategische Änderungen, wie etwa internationale Handelshemmnisse, einer Berechnung zu unterziehen. Das Modell ist beim Wageningen Economic Research ein wichtiges Instrument für quantitative Analysen für die Biowirtschaft und Nahrungsmittelsicherheit.


ORANGE

ORANGE ist ein allgemeines Gleichgewichtsmodell der niederländischen Wirtschaft auf der Ebene der Provinzen. Es verbindet den Agrarsektor mit den anderen Wirtschaftssektoren und lässt sich somit nutzen, um die Auswirkungen der allgemeinen Wirtschaftspolitik und allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklungen auf den Agrarsektor bzw. umgekehrt zu berechnen.

DRAM

DRAM ist ein regionalisiertes PMP-Modell der niederländischen Landwirtschaft. Das Modell zeichnet sich durch ein hohes Detailniveau in Hinsicht auf Regionen und Betriebstypen aus. Es wird verwendet, um strategische Änderungen und die Auswirkungen externer Einflüsse auf die niederländische Landwirtschaft zu berechnen, mit besonderem Augenmerk für Umweltaspekte.

MAMBO

MAMBO ist ein auf Big Data (aller niederländischen Landwirtschaftsbetriebe) basiertes ökonometrisches Modell für die Nutzung, Produktion und den Transport von Mineralien in den Niederlanden. Das Modell dient dazu, die Auswirkungen des agrarischen und mineralienbezogenen Vorgehens auf die Umwelt auf nationaler oder regionaler Ebene zu berechnen.

SERES

Das Modell SERES (Selection of Reserve Sites) wurde zur Erweiterung des Kosteneffektivitätsinstrumentariums entwickelt, mit dem auf der Grundlage der Kosten und räumlichen Interaktion eine Auswahl von Gebieten getroffen werden kann. Damit kann der potenzielle Nutzen von Naturgebieten, etwa aus der sog. ökologischen Hauptstruktur (Ecologische Hoofdstructuur) für die nachhaltige Erhaltung von Zielarten ermittelt werden. SERES führt eine räumliche, wirtschaftliche Optimierung auf der Grundlage der Ergebnisse von LARCH durch, einem räumlichen Verteilungsmodell für Arten sowie ausgehend von Daten aus einer Kostendatenbank für die Verwaltung der Natur.

SERA

SERA ist ein räumliches, explizit agentenbasiertes Modell (computergestütztes Modell, mit dem die Auswirkung der Aktion und Interaktion der einzelnen Teile auf das System als Ganzes untersucht wird) zur Simulation der Auswirkungen externer Entwicklungen bei Preisen und Strategie auf die wirtschaftliche und ökologische Leistungsfähigkeit kleinerer Regionen. Dabei werden detaillierte Informationen zugrunde gelegt (Topografie, Grundstücksflächennutzung, Bodenkarte, Grundwasserkarte, Agrarpopulation, Viehbestand, Landschaftsqualität usw.)

FES

FES ist ein finanzwirtschaftliches Mikrosimulationsmodell. Ausgehend vom „Bedrijven-Informatienet“ (Betriebsinformationsnetz) berechnet das Modell die Auswirkungen von strategischen Maßnahmen, für die Investitionen von Agrarbetrieben erforderlich sind. Es geht dabei um die Auswirkungen der Investitionen auf die finanzielle Lage und das Einkommen der Landwirte.

FLAME

FLAME ist ein bioökonomisches Modell für die Milchviehwirtschaft, das mittels Optimierung das Unternehmerverhalten simuliert. Das Modell zeigt die agronomischen, umweltbezogenen und wirtschaftlichen Auswirkungen einer Änderung der Preise, der Strategie und/oder der technischen Entwicklung. Es lässt sich für ein breites Spektrum strategischer Auswertungen einsetzen. Eine Anwendung für den Unterricht und/oder einzelne Unternehmer ist in Entwicklung. Darüber hinaus wird das Modell auf Anwendungen im Gartenbau und in der Schweinehaltung erweitert.

AGMEMOD

AGMEMOD ist ein ökonometrisches Modell der Landwirtschaft in EU-Mitgliedstaaten und -Anwärterstaaten, das vom Wageningen Economic Research in einem Konsortium mit Einrichtungen in anderen europäischen Ländern verwaltet wird. Das Modell wird verwendet, um Berechnungen für die EU-Politik und Auswirkungen eines Beitritts vorzunehmen.

CAPRI

CAPRI ist ein PMP-Modell der EU-Landwirtschaft auf regionaler Ebene (NUTS2, Eurostat). Das Modell wurde ursprünglich von der Universität Bonn entwickelt. Es wird vom Wageningen Economic Research vor allem zur Forschung in europäischen Konsortien verwendet, um die Auswirkungen der Landwirtschaftspolitik auf die regionale Entwicklung, Natur, Umwelt und Landschaft zu berechnen.

HORTUS

HORTUS ist ein partielles Gleichgewichtsmodell (Angebot und Nachfrage werden auf nur einem Sektor explizit berechnet) des Gartenbaus in europäischen Ländern mit einem hohen Detailniveau in Gartenbausektoren. Das Modell wird vom Wageningen Economic Research genutzt, um die Auswirkungen der Entwicklungen in der Politik, auf internationalen Märkten und von Verbraucherpräferenzen auf den Gartenbausektor zu berechnen.

FISHRENT

FISHRENT ist ein regionalisiertes biowirtschaftliches Modell der Fischerei in europäischen Ländern. Das Modell simuliert die Auswirkungen von Veränderungen, beispielsweise in der Politik, im Fischbestand oder beim Ölpreis auf Kosten und Erträge der Fischerei auf der Detailebene einzelner Fischereiflotten und Fischarten.

Die Modelle AGMEMOD, CAPRI, HORTUS, und FISHRENT sind auf die europäische Wirtschaft ausgerichtet, während der Rest der Welt als eine Region zusammengefasst wird. Diese Modelle gehen bis ins Detail auf den Agrarsektor ein.