Freiwillige gekoppelte Unterstützung der EU für Zuckerrüben muss wesentlich effizienter eingesetzt werden

Persbericht

Freiwillige gekoppelte Unterstützung der EU für Zuckerrüben muss wesentlich effizienter eingesetzt werden

Gepubliceerd op
8 februari 2018

Aus einer Untersuchung von Wageningen Economic Research geht hervor, dass freiwillig subventionierte Zuckerrüben in einem Dutzend EU-Mitgliedsstaaten auch ohne diese Subvention mit alternativen Gewächsen in diesen Ländern konkurrieren können. Bei dieser Subvention handelt es sich um die freiwillige gekoppelte Unterstützung (FGU oder in Englisch, VCS, Voluntary Coupled Support) für Zuckerrübenerzeuger. Die FGU schadet den Wettbewerbsbeziehungen zwischen Mitgliedsstaaten und wirkt sich negativ auf Länder aus die von dieser Stützung keinen Gebrauch machen. Obwohl diese EU-Subvention legal ist, müssen die Auswirkungen und die Legitimität der Verteilung dieser Gelder untersucht werden: Die Frage lautet, ob die FGU mit dem Geist der Regelung übereinstimmt.

Im Anschluss an die Verhandlungen von 2013 im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ist es seit 2015 möglich, den Anbau von Zuckerrüben mit freiwilliger gekoppelter Unterstützung zu subventionieren. Seit 2015 nutzen zehn und seit 2017 elf EU-Mitgliedsstaaten diese Option. Diese elf Mitgliedstaaten sind: Polen, Tschechische Republik, Italien, Spanien, Rumänien, Kroatien, Slowakei, Ungarn, Finnland, Litauen (seit 2017) und Griechenland. Ergebnis der Subventionierung sind ein größeres Angebot an Zuckerrüben in der EU und damit auch ein niedrigerer Preis für Zuckerrüben. Die FGU bietet eine effektive Preissubventionierung, die zwischen etwa 5 bis 50 % des Preises variiert, der in der Zuckerindustrie üblich ist.

Sinn und Zweck der FGU ist es, in Regionen, in denen der Fortbestand von Zuckerrüben bedroht ist, Anreize für den Anbau zu schaffen. Wenn der Anbau von Zuckerrüben aufhört hat das negative Folgen für Bauern und die lokale Wirtschaft. Mittlerweile wird die Regelung flächendeckend angewendet und unterstützt vor allem Bauern, die auch unter anderen Umständen Zuckerrüben anbauen würden. Aufgrund der Regelung haben sie den Anbau von Zuckerrüben sogar ausgeweitet. Zusätzlich zu den erheblichen Auswirkungen auf Produktion und Preise, die durch die Abschaffung der Zuckerquote zum 30. September 2017 entstanden sind, führt dies zu Marktstörungen. Per Saldo nimmt die Zuckerrübenproduktion in der EU durch die FGU um 1,3 % zu, während der Zuckerrübenpreis im Vergleich zu einem Szenario ohne die FGU um 4,5 % sinkt. Angesichts der Ergebnisse der Untersuchung wird empfohlen, die Gewährung der FGU auf Regionen in Ländern zu beschränken in denen diese Subvention tatsächlich benötigt wird. Dies verhindert unlauteren Wettbewerb und eine Beeinträchtigung der Beziehungen der EU-Länder zueinander.

Der Bericht befasst sich außerdem mit der Wettbewerbsfähigkeit von Zuckerrüben im Vergleich zu Ölraps und Getreide, den am häufigsten angebauten alternativen Gewächsen. Der Standardertrag von Zuckerrüben pro Hektar ist mindestens 700 Euro/Hektar höher als der von Getreide und mindestens 600 Euro/Hektar höher als der von Ölraps. Bei einer freiwilligen gekoppelten Unterstützung fällt die Differenz noch höher aus, in den meisten Fällen beträgt sie 1.000 Euro/Hektar oder mehr. Das beweist, dass die Unterstützung nicht notwendig ist um die Wettbewerbsfähigkeit von Zuckerrüben gegenüber alternativen Gewächsen zu verbessern.