Studentenverhaal

Hanna Dickers - BSc Internationale Entwicklungsstudien

Dies ist ein Erfahrungsbericht von Hanna, die den Bachelor Internationale Entwicklungsstudien an der Wageningen University gemacht hat. Jetzt studiert sie den Master International Development studies.

Was mir persönlich sehr an Wageningen gefällt ist, dass die Uni so klein ist, fast schon familiär. Studenten haben direkten und persönlichen Kontakt zu den Dozenten.

Wie ich zur Wageningen University kam

Nach dem Abi wusste ich zunächst nicht so richtig was ich machen wollte. Auch das viele Suchen im Internet nach einem geeigneten Studiengang half nichts. Deshalb entschied ich mich erst mal für einen Freiwilligendienst in Panama und setzte dort meine Internetrecherche nach einer für mich geeigneten Uni und einem spannenden Studiengang fort. Während meines Freiwilligendienstes entwickelte ich die Idee, etwas mit internationalen Beziehungen oder Entwicklungszusammenarbeit zu studieren. Diese Studiengänge werden in Deutschland eher selten angeboten. So wurde ich auf Holland aufmerksam und damit auch auf die Wageningen University. Die Beschreibung des Studiengangs Internationale Entwicklungsstudien sprach mich an. Ich fand es interessant etwas über die Gegensätze und Verbindungen von Entwicklungsländern und der westlichen Welt zu lernen.

Der Bachelor Internationale Entwicklungsstudien

Der Bachelor Internationale Entwicklungsstudien ist breit gefächert und vermittelt ein gutes Grundlagenwissen rum um die Themen Wirtschaft, Soziologie, internationale (Entwicklungs-) Organisationen, internationale Beziehungen, Politik und Kommunikation. Das erste Jahr ist für alle Studenten gleich aufgebaut. Es gibt einen Einleitenden Kurs, der sich mit der Geschichte der menschlichen Entwicklung befasst und hilft Grundlagen zu vermitteln, um die heutige Situation von Politik und Entwicklung analysieren zu können. Außerdem gibt es Einführungskurse in Wirtschaft und Soziologie und weitere Grundlagen Fächer. Ab dem zweiten Jahr müssen die Studenten eine von drei Spezialisierungsmöglichkeiten auswählen. Diese sind: Kommunikation, Soziologie oder Wirtschaft. Es ist also für jeden etwas dabei. Bei der Wahl der Spezialisierung geht es nicht so sehr darum, ein anderes oder neues Thema zu beleuchten, sondern mehr um einen Perspektivwechsel. Jede Spezialisierung hat ihre eigene Betrachtungsweise, um Entwicklung zu studieren. Im dritten Jahr hat jeder Student ein halbes Jahr freie Fächerwahl. Dies wird von Studenten häufig genutzt, um ein Auslandssemester an einer anderen Universität wahrzunehmen. Wageningen hat viele Partneruniversitäten in ganz Europa, aber auch außerhalb von Europa. Ich habe mein Auslandsemester in den USA gemacht, und habe dort viele spannenden Erfahrungen gesammelt. Viele Studenten bleiben aber auch für ihre freien Fächer in Wageningen, oder gehen an eine andere Universität in den Niederlanden. Nach diesem halben Jahr freie Fächerwahl (auch genannt Minor) treffen sich alle Studenten wieder in Wageningen, um gemeinsam die letzten Kurse zu belegen und anschließen individuell ihr Studium mit einer Bachelorarbeit abzuschließen.

Was mir persönlich sehr an Wageningen gefällt ist, dass die Uni so klein ist, fast schon familiär. Studenten haben direkten und persönlichen Kontakt zu den Dozenten. Auch hat jeder Student die Möglichkeit auf eine persönliche und individuelle Beratung, bezüglich seines Studiums und seiner Fächerwahl. Die Studienbeleiter haben immer ein offenes Ohr für individuelle Wünsche der Studenten. Darüber hinaus gefällt mir in Wageningen der interdisziplinäre Ansatz, das bedeutet, dass ein Problem oft aus mehreren Perspektiven betrachtet wird. Es bedeutet auch, dass Studenten aus verschiedenen Studiengängen Fächerübergreifend Unterricht haben und manche Gruppenarbeiten mit Studenten aus verschiedenen Studiengängen gemeistert werden müssen. Grundsätzlich gibt es im Bachelor viel Gruppenarbeit, was mir persönlich Spaß gemacht hat.

Ich würde Internationale Entwicklungsstudien jederzeit wieder studieren. (Ich tue es auch weiterhin, denn ich habe dieses Jahr mit meinem Master in Internationalen Entwicklungsstudien angefangen). Ich würde diesen Bachelor an jeden weiterempfehlen, der sich für Wirtschaft, Politik oder Soziologie interessiert und sich nicht auf eine dieser Perspektiven festlegen will, sondern eine Kombination dieser Fächer interessant findet. Der Studiengang ist sicherlich auch geeignet für Leute, die jetzt schon wissen, dass sie später im Bereich Entwicklungszusammenarbeit oder Entwicklungspolitik arbeiten wollen.

Mein erstes Studienjahr in Holland

Für alle Deutschen, die noch kein Niederländisch sprechen fängt ein Bachelorstudium an der Wageningen University mit einem Sprachkurs an. Dieser Sprachkurs geht über 4 Wochen und wird meistens im Juli abgehalten. Es war schön, im Sprachkurs schon die ersten (wenn auch nur deutschen) Kommilitonen kennenzulernen und mit ihnen gemeinsam Wageningen im Sommer zu erkunden. Mit ein bisschen Engagement ist der Sprachkurs gut zu schaffen. Im September fängt dann das Studium an. Ich hatte zunächst weniger Kontakt zu meinen holländischen Kommilitonen, was aber auch daran lag, dass die meisten Holländer im ersten Studienjahr an den Wochenenden nach Hause fahren, wohingegen die meisten deutschen Studenten aufgrund der Entfernung nach Hause oft am Wochenende in Wageningen bleiben, und zum Beispiel nur in den Ferien nach Hause fahren. Im zweiten Jahr war dieser Unterschied nicht mehr ganz so stark. Nach den ersten paar Wochen Studium ging es mit meinem Niederländisch immer besser und auch der Kontakt zu den holländischen Kommilitonen wurde besser. Die ersten Vorlesungen auf Niederländisch waren etwas anstrengend. Manchmal musste ich Vokabeln nachschlagen, die ich im Unterricht nicht verstanden hatte. Aber nach ca. 3 Monaten spätestens war auch das kein Problem mehr. Außerdem, sind die Dozenten so nett und lassen die Studenten auch auf Englisch antworten (ob in den Klausuren, oder im Unterricht). Wenn ich also mit meinem Niederländisch mal überhaupt nicht weiterkam, dann habe ich einfach Englisch gesprochen. Denn Englisch versteht in Wageningen wirklich jeder. Insgesamt, ist das erste Studienjahr wohl das anstrengendste. Das gilt sowohl für die Holländer, als auch für die Deutschen. Es ist insgesamt einfach eine Umgewöhnung, vom Schullalltag in den Unialltag zu gelangen und einen Bachelorstudiengang zu meistern. Aber nach 1-2 Monaten Studienerfahrung wusste ich wie der Hase in Wageningen läuft, und seitdem wurde das Studieren um einiges leichter.

Die Studentenstadt Wageningen

Wageningen ist eine kleine Stadt, hat dafür aber viel zu bieten. Gerade für Studenten gibt es viele Möglichkeiten. Es gibt so viele verschiedene Studentenorganisationen oder Studentenvereinigungen die von montags bis donnerstags immer Programm haben. Am Wochenende kann es schon mal etwas ruhiger sein in Wageningen, aber auch dann gibt es noch genug Möglichkeiten, um im Zentrum ein gepflegtes Bierchen zu trinken, oder feiern zu gehen. Wer nicht so zur Partyfraktion gehört, sondern zum Beispiel lieber Sport macht, ist in Wageningen auch gut aufgehoben. Die Universität bietet ein abwechslungsreiches und ausgebreitetes Sportprogramm an. Von Schwimmen, über Hallensport, über Outdoorsport ist alles dabei für jeden, egal ob Anfänger oder Könner. Wer gerne in der Natur ist, ist in Wageningen auch bestens aufgehoben. Der Rheinstrand ist nur 10 Minuten mit dem Fahrrad vom Centrum entfernt und bietet im Sommer ein ruhiges Plätzchen zum relaxen und entspannen. Auch für sozial engagierte Studenten bietet Wageningen genug Möglichkeiten. So gibt es zum Beispiel eine Amnesty International Gruppe oder auch die International Student Organization Wageningen (ISOW), die zum Beispiel viel für und mit Internationalen Studenten in Wageningen macht.